Warum dürfen nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren am Screening teilnehmen?

Für Frauen in diesem Alter ist die Bilanz der Vor- und Nachteile dieser Untersuchung am besten. Bei Frauen unter 50 Jahren ist das Brustgewebe häufiger relativ dicht, wodurch Knoten in der Mammographie deutlich schlechter zu erkennen sind; zudem ist Brustkrebs bei jüngeren Frauen seltener. Bei Frauen über 69 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sie nicht an Brustkrebs, sondern an einer anderen Krankheit sterben, zum Beispiel an einem Herzinfarkt. Somit würde das Mammographie-Screening nicht die Brustkrebssterblichkeit senken. Frauen dieser Altersgruppe können aber eine Mammographie auf Veranlassung ihres überweisenden Arztes außerhalb des Mammographie-Screenings erhalten.

Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2008 rund 71.700 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Im Laufe ihres Lebens ist etwa eine von neun Frauen betroffen, jede zweite ist dabei zwischen 50 und 69 Jahre.

Wenn ich jetzt nicht an der Untersuchung teilnehme, bekomme ich dann in zwei Jahren automatisch wieder eine Einladung?

Ja. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten nach zwei Jahren automatisch wieder eine Einladung.

Brauche ich einen Überweisungsschein?

Ein Überweisungsschein ist nicht erforderlich.

Was mache ich, wenn ich älter als 69 Jahre bin und nicht mehr zum Mammographie-Screening eingeladen werde?

Wenn Sie älter als 69 Jahre sind, kann Ihr überweisender Arzt Ihnen einen Überweisungsschein für eine Mammographie zur Brustkrebsfrüherkennung ausstellen, was alle zwei Jahre sinnvoll ist.

Ich habe keine Beschwerden. Warum sollte ich am Screening teilnehmen?

Das primäre Ziel des Screening-Programms ist es, Brustkrebs so frühzeitig zu erkennen, dass er gut zu behandeln ist und eine Heilung erzielt werden kann. In den meisten Fällen haben die Frauen in diesen frühen Stadien noch keine Beschwerden. Die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung kann Frauen davor bewahren, an Brustkrebs zu sterben. Grundsätzlich ist die Untersuchung freiwillig. Sollten Sie Zweifel haben, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Arzt.

Ich habe Schmerzen in meiner Brust. Was soll ich machen?

Wenn Sie Beschwerden haben, sollten Sie sich unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung setzen, um die Auffälligkeiten abklären zu lassen – auch dann, wenn Sie bereits am Screening-Programm teilgenommen haben oder gerade zur Mammographie eingeladen wurden. Beim Screening werden keine aktuellen Beschwerden abgeklärt, sondern es wird nach Anzeichen eines symptomlosen, bösartigen Tumors gefahndet.

Trotz aller Sorgfalt und höchster Qualitätsstandards kann das Screening-Programm nicht garantieren, dass keine Veränderungen vorliegen, und das Entstehen eines Tumors nicht verhindern. Bitte achten Sie bei einem unauffälligen Screening-Befund auch weiterhin sorgfältig auf Veränderungen Ihrer Brust und ziehen Sie im Zweifelsfall Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zurate.

Ich hatte kürzlich eine Mammographie in einer radiologischen Praxis, kann ich trotzdem am Mammographie-Screening teilnehmen?

Zwischen zwei Mammographien zur Früherkennung sollten mindestens zwölf Monate Abstand liegen. Aus Strahlenschutzgründen vermeidet man unnötige, häufigere Untersuchungen, sofern keine Beschwerden bestehen. Wurde daher die letzte Mammographie vor weniger als zwölf Monaten bei Ihnen gemacht, setzen Sie sich bitte mit Ihrer Zentralen Stelle in Verbindung. Die Adresse und Telefonnummer finden Sie auf Ihrer Einladung. Wenn Sie Beschwerden haben, klären Sie diese bitte mit Ihrem vertrauten Arzt.

Meine Mutter/Schwester ist an Brustkrebs erkrankt. Soll ich auch zum Mammographie-Screening kommen?

Grundsätzlich ist in solchen Fällen das Mammographie-Screening sinnvoll – auch wegen der hohen Qualität, die das Programm bietet. Aufgrund des statistisch erhöhten persönlichen Risikos besteht aber auch eine Indikation zur Mammographie auf Veranlassung Ihres behandelnden Arztes, weswegen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen sollten.

Ich bin wegen Brustkrebs schon einmal behandelt worden. Ist für mich eine Screening-Untersuchung sinnvoll?

Wenn Sie bereits aufgrund einer Brustkrebserkrankung behandelt wurden oder werden, teilen Sie dies bitte der Zentralen Stelle mit. Die Adresse und Telefonnummer finden Sie auf Ihrer Einladung. Sie sollten fünf Jahre nach Bekanntwerden und während der Behandlung einer Brustkrebserkrankung nicht am Mammographie-Screening-Programm teilnehmen, da dann meist engmaschigere und gezieltere Untersuchungen notwendig sind. Bitte beraten Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Ich habe meine Brust verändern lassen. Kann das zu Problemen bei der Untersuchung führen?

Nein, auch nach einer Brustvergrößerung (Brustimplantat) oder Verkleinerung kann eine Frau am Mammographie-Screening teilnehmen. Informieren Sie auf jeden Fall vor der Untersuchung die radiologische Fachkraft. Sie können auch einen Vermerk auf dem Fragebogen machen, den Sie vor der Untersuchung bekommen.

Wie sicher ist eine Mammographie?

Die Tumorentdeckungsrate der Mammographie ist von der Gewebedichte der Brust abhängig. Bei weitgehend zurückgebildetem Drüsengewebe, wie es bei vielen Frauen im Alter (ab dem 50. Lebensjahr) der Fall ist, beträgt die Tumorentdeckungsrate >90 %, bei zunehmender Dichte nimmt dieser Betrag ab. Bei extrem dichter Brust, wie sie eigentlich nur bei jungen Frauen zu erwarten ist, liegt die Entdeckungsrate bei <50 %.

Warum ist die Mammographie sicherer als der Ultraschall?

Dadurch, dass bei Frauen in der Screening-Altersgruppe die Gewebedichte meist niedriger ist, kann mit der Mammographie auch bei großer Brust gut ein kleiner Knoten abgegrenzt und als verdächtig eingestuft werden. Manchmal ist der Knoten so klein, dass er im Ultraschall trotz Kenntnis der Position nicht sichtbar ist. Aus diesem Grund ist die Mammographie zur Früherkennung geeignet.

Warum wird kein Ultraschall gemacht?

Der alleinige Ultraschall ist zur Früherkennung ungeeignet, da gerade kleine Knoten oftmals nur schwer zu erkennen und auch schwierig zu bewerten sind. Auch der routinemäßige Einsatz des Ultraschalls zusätzlich zur Mammographie wird zurzeit nicht empfohlen, weil man Sorge hat, dass bei ergänzendem Ultraschall zu viele gutartige Veränderungen zusätzlich entdeckt werden, die sich meistens bei der dann notwendigen feingeweblichen Überprüfung (Biopsie) als gutartig herausstellen. Die Biopsie ist in diesem Fall eine unnötige zusätzliche Belastung der Klientin.

Warum darf ich keine Bodylotion, kein Glanzpuder und kein Deo benutzen?

Viele Deodorants verwenden Aluminiumverbindungen, die auf Mammographie-Aufnahmen wie tumorbedingter Kalk aussehen können und somit zu unnötigen Abklärungsmaßnahmen führen würden. Ähnliches gilt für Glanzpuder. Das Eincremen der Brust wiederum ist bei der Positionierung und Kompression zur Aufnahme teils extrem hinderlich, da die Brust dann leichter aus dem Gerät herausgleiten kann.

Warum gibt es kein Arztgespräch?

Die Aufnahmen werden unabhängig von zwei oder drei Ärztinnen oder Ärzten zu einem späteren Zeitpunkt in Ruhe ausgewertet. Erst wenn alle Befunder die Bilder als unauffällig oder gutartig bewertet haben, werden Sie schriftlich hierüber informiert.

Ist die Kompression für meine Brust schädlich?

Die Kompression der Brust ist nicht schädlich, aber durchaus unangenehm und manchmal sogar schmerzhaft. Trotzdem ist sie zur Erstellung einwandfreier und aussagefähiger Aufnahmen erforderlich.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung während der Untersuchung?

Untersuchungen mit Röntgenstrahlen führen zu einer Belastung mit ionisierenden Strahlen. Andererseits unterliegen wir ohnehin einer natürlichen Strahlenbelastung, die regional unterschiedlich intensiv ist. Im Schwarzwald beispielsweise ist die jährliche Belastung von Natur aus doppelt so hoch wie im Rhein-Main-Gebiet. Die mittlere natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt etwa 2 mSv (Millisievert), mit einer Schwankungsbreite von 1 bis 10 mSv pro Jahr. Die Stärke und Schwankungsbreite ist lokal unterschiedlich. Innerhalb dieser Werte ist keine für den Körper schädigende Wirkung zu bemerken. Die zusätzliche Strahlenbelastung durch eine Mammographie beträgt bei vier Aufnahmen 0,2 bis 0,6 mSv. Darüber hinaus ist das Brustgewebe ab dem 50. Lebensjahr ohnehin nicht mehr nennenswert strahlensensibel.

Woher kommen meine Daten?

Die Zentrale Stelle, die Ihnen das Einladungsschreiben zuschickt, bezieht die personenbezogenen Daten von den Einwohnermeldeämtern. Sollten Sie anspruchsberechtigt sein, aber noch keine Einladung erhalten haben, kann es sein, dass Ihre Daten in irgendeiner Weise fehlerhaft sind. Dann wenden Sie sich bitte an die Zentrale Stelle.

Was geschieht mit meinen Daten?

Der Datenschutz beim Mammographie-Screening-Programm wird streng kontrolliert. Die Daten, die das amtliche Melderegister zur Verfügung stellt, müssen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz verschlüsselt werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Screening-Einheiten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.